Aktuelles / Termine

Aktuelles / Termine

 

Kleine geschichtliche Einführung in das Judo

   Vollbildaufzeichnung 07.07.2015 090502
 

Nur wenigen ist bekannt, dass es ein Deutscher war, der um 1880 den entscheidenden Anstoß gab zur Wiederaufnahme der alten japanischen Kunst der Selbstverteidigung ohne Waffen.

Es war Professor Dr. Erwin Baelz, Dozent an der Kaiserlichen Universität zu Tokio. Bis zu dieser Zeit übte man in den verschiedensten Städten die unterschiedlichsten Arten dieser Verteidigungsmethode, die uns unter dem Namen Jiu-Jitsu und Tai-Jitsu bekannt geworden sind.

Es wurde hier nach den alten überlieferten Techniken der Samurais (Ritter des japanischen Mittelalters bis 1878) gekämpft, und man war entschlossen, nach den gleichen Regeln vorzugehen.

Jigoro Kano, ein Student und Schüler von Professor Dr. Baelz, nahm sich ebenfalls dieser verschiedenen Systeme an und entwickelte nach einigen Jahren sein eigenes System, das er Ju-Do nannte.

Aus allen Gebieten der damals geübten Verteidigungsarten, den Schlag-, Hieb-, Stoß-, Wurf- und Hebeltechniken, beschränkte er sich darauf, Grundwürfe, Halte-, Hebel und Würgegriffe zu einer sportlichen Form, der Kampfsportart Judo, zusammenzuführen.

Er stellte so das von ihm gegründete Judo auf eine höhere Ebene als die alten Samuraikünste. Die Kunst der Techniken (Jiu) wich so einer Lehre (Do), auf deren Grundsätze der spätere Professor Kano viel Wert legte nach der Überzeugung, in einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist.

Später erkannte die japanische Regierung dieses System mit 40 Grundwürfen offiziell an.

Judo erreichte uns über Frankreich und England, zu einer Zeit, als in Europa noch die alte Form des Jiu-Jitsu gelehrt wurde.

Die höchste Ausbildungsstätte des Judo, der Kodokan in Tokio, ist heute ein Mekka aller interessierten Judokas, die sich dem sportlichen Wettkampf- Judo widmen.



Der Kodokan

   Vollbildaufzeichnung 07.07.2015 090509
 

Jigoro Kano, der Begründer des heutigen Judo-Kampfsports, gründete 1880 seine eigene Schule, die er Kodokan nannte. Dies heißt so viel wie "Der Weg des Kano", also des Begründers der Judo-Kampftechnik.

Anlässlich des 70. Jahrestages der Kodokan-Gründung erhielt im März 1958 der Kodokan in Tokio ein neues, siebenstöckiges Haus, denn das alte konnte den ständig wachsenden Anforderungen nicht mehr genügen.

Die Kosten des Gebäudes, das nach den neuesten bautechnischen Erkenntnissen gebaut und nach modernen sportpädagogischen Erfahrungen eingerichtet ist, beliefen sich auf 250 000 engl. Pfund.

Das Haus umfasst ein Hauptdojo (Übungsraum) mit 500 Matten, drei kleinere Dojos mit 108 Matten und drei weitere mit 54 Matten.

Neben einem Speiseraum, einem Konferenzsaal, enthält der Kodokan im sechsten und siebten Stockwerk eine Unterkunftsmöglichkeit für Studenten und Sportler, die dort Judo lernen und üben.

Heute ist der Kodokan, wo auch der Sitz der Internationalen Judo-Föderation ist, eine Pilgerstätte der Judokas aus aller Welt.

Quelle: Judo - mein Freizeitsport; Humboldt-Taschenbuchverlag; München 1983

 

 

 

Was bedeutet Judo?

 

Übersetzt man das japanische Wort „Judo“ direkt ins Deutsche, so erhält man den Begriff „sanfter Weg“, was sich ja auf Anhieb nicht nach einer Kampfsportart anhört, doch genau darum handelt es sich beim Judo.

Der Kampfsport Judo folgt dem Prinzip „minimaler Aufwand, maximale Wirkung“.
Heute wird Judo mit einer Vielfalt an Sinngebungen betrieben. So ist es für den einen ein Sport wie jeder andere, für den anderen vielleicht ein Fitnessprogramm für Körper und Geist, für den nächsten eine Lebensphilosophie.


Als der Begründer des Judo, Jigoro Kano (1860-1938), 1882 sein Judokonzept vorstellte, ging es dabei um eine ganzheitliche Lehre für Körper und Geist.

Auch heute sind diese Prinzipen Grundlage eines jeden Judotrainings. Sonst hat sich in den letzten Jahren einiges geändert, insbesondere das Kindertraining wurde grundlegend modernisiert, hier stehen nun Spaß an der Bewegung und die Lösung von mehr oder minder komplexen Bewegungsaufgaben im Vordergrund.

Eine abwechslungsreiche Methodik mit Spielen und vielen kindgerechten Übungsformen hat ein früher nahezu reines Techniktraining abgelöst.


So steht heute bei uns im Judo insbesondere der Spaß im Vordergrund, mit seinem Partner oder Freund kämpferisch seine Kräfte zu messen, und mit Sieg oder Niederlage produktiv umzugehen.



Judotechnik (Waza)

Die Judo-Techniken lassen sich grob in vier Grundtypen einteilen:

  • Nage Waza – Wurftechniken
  • Ne Waza – Bodentechniken
  • Ukemi Waza – Falltechnik
  • Atemi Waza – Schlagtechniken (nur in Kata)



Das Dojo

Den Trainingsraum nennt man beim Judo Dojo. In vielen Dojos hängt ein Bild von Prof. Jigoro Kano, dem Begründer des Kodokan-Judos, unserem heutigen Judo.



Der Judoanzug

Normalweise tragen Judoka einen aus einer weißen Jacke und Hose bestehenden Anzug aus sehr reißfester Baumwolle. Bei Wettkämpfen, insbesondere im internationalen Bereich, trägt einer der Kämpfer zur besseren Unterscheidung meist einen blauen Anzug.

Wie für alles im Judo gibt es für den Anzug natürlich auch einen japanischen Namen „Judo-Gi“.



Der Gürtel

An der Gürtelfarbe kann man leicht den Ausbildungsstand eines Judoka erkennen, dies ist wichtig, damit nur Techniken angewandt werden, die den Fähigkeiten des jeweiligen Partners entsprechen.

Unten sehen Sie eine Übersicht der Judogürtel (japanisch „Obi“).


Vollbildaufzeichnung 07.07.2015 090432

 

Wir hoffen, wir haben mit unserer kleinen Vorstellung Ihr Interesse für diesen interessanten und anspruchsvollen Sport geweckt.

Wenn Sie oder auch Ihre Kinder jetzt Lust bekommen haben, Judo einmal auszuprobieren, laden wir Sie dazu ein.